Die Kirche Unbefleckte Empfängnis Mariä Farmsen

Mariä Unbefleckte Empfängnis in Farmsen
Marienstraße

 Inmitten des Dorfes Farmsen steht, umgeben von alten Hofstellen, an der Nordseite des Friedhofs die Kapelle Unbefleckte Empfängnis Mariä. Gebaut im Sommer 1936 nach Plänen des Architekten Heinrich Stübe, Hildesheim. Geweiht am 30. November des gleichen Jahres.

Das äußere Erscheinungsbild ähnelt sehr dem Vorgängerbau, der im Frühjahr 1936 wegen Baufälligkeit abgebrochen werden musste.
Gekrönt wird die Kirche von einem Dachreiter. Das Portal an der Nordseite der Kapelle ist Zugang zum saalartigen Innenraum, der von einer Holzbalkendecke überspannt wird. An den Längsseiten der Decke zieren stilisierte Rosetten die Balkenfelder. Im Osten hebt sich der Chorraum durch einen Rundbogen und durch eine Stufe erhöht vom Kirchenschiff ab. Im Westen überspannt die Empore die ganze Breite des Raumes.

Unter der Empore fällt der Blick zuerst auf die Pieta an der Westwand. Geschnitzt wurde sie wie die Maria Immaculata, ebenfalls an der Westwand angebracht, 1938 von dem Osnabrücker Bildhauer Ludwig Nolde. Das Kreuz zwischen den Bildnissen stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der Beichtstuhl kam 1936 in die Kapelle. Der Mittelgang des Gotteshauses führt direkt zu dem Hochaltar und dem sich davor befindenden Zelebrationsaltar. Der barocke Altaraufsatz mit den beiden Altarbildern – unten die Heilige Familie und oben der hl. Mauritius – kam zu Beginn des 19. Jahrhunderts in die später abgebrochene Kapelle und wurde 1936 in das neue Gotteshaus übernommen.

Die Herkunft des Altaraufsatzes ist ungewiss, da aus der Zeit seiner Aufstellung keine schriftlichen Mitteilungen vorliegen. Die Annahme, der Altaraufsatz sei aus der St.-Mauritius-Kirche in Hildesheim nach Farmsen gekommen, ist bislang unbewiesen. Die dem 17. Jahrhundert zugeschriebenen Skulpturen seitlich des großen Altarbildes stellen zwei Apostel dar, die wahrscheinlich ursprünglich nicht zum Altar gehörten. Den Tabernakel, einst für die abgebrochene Kapelle von Tischler Fleige aus Farmsen 1888 hergestellt, zieren zwei Türen mit Bildnissen von Engeln, die im gleichen Jahr nach alten Vorlagen von dem Hildesheimer Historienmaler Friedrich Eltermann gemalt wurden. Der Zelebrationsaltar, 1986 nach einem Entwurf von Prof. Paul König angefertigt, ist stilistisch dem Hochaltar nachempfunden.

Über den Altären befindet sich an der Decke des Chorraumes ein Medaillon, in dem der Heilige Geist als Taube in einem Strahlenkranz dargestellt ist. Die Bildnisse neben dem Chorbogen, links Maria mit dem Kinde auf einer Mondsichel stehend, eine sogenannte Mondsichelmadonna, und rechts der hl. Godehard, sind vermutlich Werke des Epiphaniusmeisters aus Hildesheim und etwa 1505 entstanden.

Der Kanzelkorb, eine Arbeit aus dem 17. Jahrhundert, wurde 1986 zum Ambo umgebaut. Die an der Nord- und an der Südwand aufgehängten Kreuzwegstationen, übernommen aus der alten Kapelle, wurden 1899 geweiht.

Hinter dem auf der Empore stehenden Orgelprospekt befindet sich keine Orgel. Der Prospekt stammt von der Orgel der Franziskanerkirche in Ottbergen und kam nach deren Schließung 1942 in die Farmser Kapelle. Den Gemeindegesang begleitet eine seitlich stehende elektronische Orgel.

Die liebevoll gepflegte Kapelle Unbefleckte Empfängnis Mariä zu Farmsen, in der sich drei Marienskulpturen aus verschiedenen Jahrhunderten befinden, lädt zum Betrachten und zur stillen Einkehr ein.

Aus dem Buch: „Unbekanntes entdecken – Kirchen in der Gemeinde Schellerten"
Text und Bilder freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Autorin Gerda Mayer, Wöhle